Toxikologie
-- echte Vogelspinnen = Familie Theraphosidae
Tarantel ist keine Vogelspinnenart, es werden aber auch
Vogelspinnen fälschlich Tarantel genannt (engl. Tarantula)
-- Nur wenige Vogelspinnen-Arten können außer Lokalreaktionen
sythemische neurologische Wirkungen hervorrufen
(Poecilotheria spp., Selenocosmia spp., Pterinochilus spp., Stromatopelma spp.)
-- ist der lateinische Gattungsname nicht bekannt, ist die Vogelspinne
vorsichtshalber hier einzuordnen.
-- gewöhnlich sind Vogelspinnenbisse ungefährlich außer der Brennhaar-Kontakt:
stark reizende Haare werden vom Hinterleib abgestreift u. unterschiedlich weit geschläudert
-- Europäische Vogelspinnen = Ischnocolus spp. Bißunfälle bisher nicht bekannt deshalb Verlauf
unbekannt (Vorkommen: Süditalien, Spanien, Portugal)
Symptome
-- Lokal: Schmerzen, meist wie Bienen/Wespenstich, evtl.
schmerzlos bis extrem stark (z.B. Selenocosmia spp.)
länger andauernd (meist bis zu 30 Min Poecilotheria spp.
bis zu 8 Tage) Schwellung bis massives Ödem und Lymphknotenschwellung möglich
lokale Symptome werden z.T. auch rein mechanisch durch Giftklauen der Spinne verursacht.
-- COR: Hypotonie bei empfindlichen Patienten möglich
-- Neuro: Pat. meißt sehr aufgeregt, daher oft psychisch bedingte zusätzliche Symptome
-- Poecilotheria spp. verursacht Muskelkrämpfe am ganzen Körper mit Atemnot, Schwellungen
in Umgebung der Bißstelle, Schmerzaustrahlung in lokale Lymphknoten möglich
Symptomatik tritt evtl. zum Biß verzögert auf
-- Stromatopelma spp. Muskelfaszikulieren
-- Pterinochilus spp. verursacht starkes brennen über eine Stunde, Schmerzaustrahlung in lokale
Lymphknoten möglich Symptomatik tritt evtl. zum Biß verzögert auf
-- Selenocosmia spp. Muskelkrämpfe mit folgendem Kollaps und Übelkeit.
Toxin
Glutaminsäure, Gamma-Amino-Buttersäure, stark basische Verbindungen (Spermin,
Trimethyldiamin+ p- Hydroxyphenylbrenztraubensäure), Putreszin, Kadaverin
Pterinochillus spp. Gift enthält Neurotoxin
Quelle Tox-Mü PH/Kleber J.J. 1998
Beste Grüße
Tobi

